Heimat und Brauchtum
Der Pflege des Brauchtums und der heimatlichen Kultur haben sich in Freiamt verschiedene Vereine angenommen. Neben Trachten- und Volkstanzgruppen widmet sich insbesondere der Heimatverein Freiamt in vielfältiger Weise dem Erhalt heimatlichen Brauchtums.
Der Heimatverein Freiamt wurde 1990 gegründet. Sein vorrangiges Ziel ist die Errichtung des "Heimatmuseums". Dazu konnte das große Stall- und Scheuergebäude des Gasthauses "Freihof" genutzt werden.
Des weiteren erhielt der Verein die Erlaubnis zum Abriss des Leibgedinghauses beim "Höllgottliebenhof" im Ortsteil Reichenbach. Dieses Fachwerkgebäude ist nun - ebenfalls beim "Freihof" - wieder aufgebaut. Die Eröffnung des Museums in seiner Gesamtheit war am 14. Juli 2000.
Alljährlich gibt der Verein seinen "Heimatkalender" und den "Heimatbrief" heraus. Daneben dokumentieren einige heimatkundliche Bücher Brauchtum, Sprache und Geschichte der Gemeinde. Die Publikationen sind beim Verkehrsamt Freiamt erhältlich.
Das Freiämter Heimatmuseum
Das können Sie besichtigen:
Im ehemaligen Stall- und Scheuergebäude des Gasthauses "Freihof" wird die frühere Arbeits- und Lebensweise der Landwirte vorgestellt:
Von der Sense über "Räff" bis hin zum "Hailiecher" finden Sie alle Geräte, die früher zur Bearbeitung von Heu benötigt wurden.
Noch zahlreicher sind die Hilfsmittel und Maschinen, die bei der Getreidebearbeitung zur Anwendung kamen. Der Sähsack, der Dreschflegel, die Wannmühle, natülich auch Dreschmaschine und Schrotmühle sind ausgestellt und werden in ihrer Funktionsweise erklärt.
Die Feldbestellung, wichtiger Teil im Arbeitsleben des Bauern, wird mit vielen Arten von Pflügen, mit Egge und mit "Blocheri" (Walze), aber auch mit hölzernem Jauchefaß dokumentiert. Als Besonderheit lernt der Museumsbesucher das "Bodenfläschen" kennen, eine zusätzliche Arbeit für den Bauern, die nur in den Hanglagen der Gebirge notwendig war.
Die Geräte für die Waldarbeit bis hin zum Holzschleppen sind selbstverständluch ebenfalls ausgestellt.
Wie aus Hanf und Flachs bis das fertige Leinen entstand, wird ausführlich erklärt.
Apfelmühle und die technisch aufwendige "Trotti" (Apfelpresse) belegen ebenso wie das Brenngeschirr, welch bedeutende Rolle der Obstanbau und das Schnapsbrennen gespielt haben und noch heute spielen.
Die Nutzfahrzeuge vom Leiterwagen bis zum "Dillenwagen"sind zu sehen. Über den "Bennewagen", erfährt der Besucher, daß dieses Vielzweckfahrzeug früherer Tage sowohl als Transporter für Ferkel als auch "Kutsche" für die Brautpaare gedient hat.
In einem der Stockwerke der Scheuer sind Handwerkerwerkstätten im Aufbau.
Der Bauerngarten schließlich ist mit Buchseinfassungen so gestaltet, wie die stolze Bäuerin ihn früher angelegt hat.
Neben dem Stallgebäude wurde das "Bäule" wieder aufgebaut: Ein schmuckes altes Fachwerkhaus, das früher bei einem Hof im Ortsteil Reichenbach gestanden war und dort als Leibgeding gedient hatte.
Die "Stube" mit Kachelofen, die Schlafkammer und die Küche mit "Schüttstein" werden die Alltagsbedingungen unserer Vorfahrten vor Augen führen. Im "Bäule wird aber auch zu sehen sein, wie die Handwerker auf der "Stöhr", d.h. im Kundenhaus arbeiteten.
Das Obergeschoss des "Bäule" ist für wechselnde Ausstellungen vorgesehen.
Öffnungszeiten: April bis Oktober Fr. 15 - 18 Uhr und nach Vereinbarung für Gruppen (Tel. 07645/237, Willi Gerber)
|